am 24.08.2016
EU
Frage von Hans Müller
Was bringt mir als Konsument die neue EU Datenschutzverordnung?
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Keine offiziellen Parteistellungsnahmen vorhanden

NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum
Gerald Loacker am 25.08.2016
Sehr geehrter Herr Müller, Die neue Datenschutzgrundverordnung, die ab 2018 gilt, sieht vor allem für Unternehmer viele Pflichten vor, die aus Konsumentensicht zu begrüßen sind:•Unternehmen müssen ein Verzeichnis der Datenanwendungen führen •alle Betroffenen müssen bei der Datenerhebung im Detail über die Datenverwendung informiert werden •Betroffenen ist auf Anfrage detailliert über die verarbeiteten Daten und deren Speicherdauer Auskunft zu geben •in bestimmten Fällen muss eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchgeführt werden •nach einem Datenmissbrauch muss binnen 72 Stunden die Datenschutzbehörde informiert werden •bei Minderjährigen muss für eine Zustimmung der Eltern gesorgt werden •weitere technisch-organisatorische Pflichten sind die Umsetzung der neuen Rechte „auf Vergessen“ oder auf „Datenportabilität“ der Konsumenten •ebenso die Pflicht, Datenschutz durch Technik und Software-Voreinstellungen zu bieten, und die Pflicht, in bestimmten Fällen Datenschutzbeauftragte einzuführen. Für Unternehmen wird die Arbeit dadurch natürlich nicht einfacher. Freundliche Grüße Gerald Loacker
Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich am 31.08.2016
Sehr geehrter Herr Müller! Mit der Datenschutz-Grundverordnung wird erstmals europaweit unmittelbar anwendbares Datenschutzrecht geschaffen. Dies ist ein Meilenstein im europäischen Datenschutz, weil damit die personenbezogenen Daten von Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen geschützt werden, ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit oder ihres Aufenthaltsortes in der Union. Die Verordnung listet die Rechte der Bürgerinnen und Bürger, deren Daten verarbeitet werden, auf. Die Betroffenen erhalten durch die Stärkung der ihrer Rechte mehr Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten, unter anderem durch • das Erfordernis der klaren Einwilligung der betroffenen Person zur Verarbeitung personenbezogener Daten • den einfacheren Zugang der betroffenen Person zu ihren personenbezogenen Daten • die Rechte auf Berichtigung, auf Löschung und auf Vergessenwerden • das Widerspruchsrecht, auch in Bezug auf die Verwendung personenbezogener Daten für die Zwecke der "Profilerstellung" • das Recht auf Übertragbarkeit der Daten von einem Dienstleister an einen anderen. • das Recht zu erfahren, ob eigne Daten gehackt wurden Ferner wird durch die Verordnung festgelegt, dass die für die Verarbeitung Verantwortlichen verpflichtet sind, den betroffenen Personen transparente und leicht zugängliche Informationen über die Verarbeitung ihrer Daten bereitzustellen. Bei Verstoß gegen diese Datenschutzvorschriften können äußerst strenge Sanktionen verhängt werden. Die Geldstrafen, die von den nationalen Datenschutzbehörden verhängt werden, können bis zu 20 Millionen € oder 4% des Gesamtumsatzes betragen Detaillierte Informationen können Sie noch auf folgenden Links finden: http://europa.eu/!Vu93Rd ; http://europa.eu/!wf38kv Freundliche Grüße Europäische Kommission Vertretung in Österreich
Herr K. am 31.08.2016
Da stecken die Teufel dann freilich im Detail. So Sachen wie "Einwilligung der Eltern einholen" schreibt sich schnell hin. So etwas dann auch sicher und authentisiert (etwa online) zu gewährleisten, ist sicher nicht so einfach oder kann Fallstricke parat haben. Was in bisschen untergeht ist - vielleicht bereits anders formuliert - dass etwa eine Software offenlegen sollte und muss, welche Daten, wann, wohin übermittelt oder abgelegt werden. Ich denke da an Windows 10, das ja das persönlich Nutzungsprofil erfasst. Das Firmen sich aus der Affäre ziehen, indem sie behaupten, es seien "nur" anonymisierte Daten, die aber über Umwege doch in Datenbanken wieder zusammenführbar sein könnten, verharmlost die Problematik am Recht der "eigenen" Daten - selbst wenn diese Daten beim ersten Blick gar nicht so persönlich wirken. Da muss man sich schon fragen, wie leicht diese Stärkung des "Konsumenten" wiederum von Anbietern ausgehöhlt werden könnte ...