am 16.02.2016
Österreich
Frage von Blip
Die Arbeitnehmer haben durch die Steuerreform 2015/16 eine Kompensation der kalten Progression erlebt (irrtümlich auch Steuerentlastung genannt) - die kalte Progression findet jedoch immer noch statt. Für Kleinunternehmer gibt es durch die Kleinunternehmergrenze ebenfalls eine kalte Progression, jedoch keinerlei Kompensation. Die einzigen Möglichkeiten für diese selbstständigen Mittelständler ist es, entweder deutlich höhere Kosten und Aufwand durch Überschreiten dieser Grenze in Kauf zu nehmen, was sich bei Einzelunternehmern oft einfach nicht rechnet, oder Jahr für Jahr durch Ablehnung von Kunden und Verringerung der Arbeitszeit weniger und weniger zu verdienen. Weshalb wird hier nicht im Sinne des Volkes (sowohl für Arbeitnehmer als auch Kleinunternehmer) die kalte Progression abgeschafft und weshalb gab es lediglich für Arbeitnehmer eine Kompensation bei der Steuerreform (oder, sollte man auf der "Steuerentlastung" beruhen: keinerlei Kompensation für beide Gruppen?)
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Die Reformkonservativen - REKOS
Ewald Stadler am 17.02.2016
Wir befinden uns in einer Zeit, wo man das Bargeld abschaffen will und es immer mehr in Richtung Totalüberwachung der Bürger geht. Schon vor Jahren hat der IWF einen 10 %-igen Abschlag auf alle Guthaben bei Banken zur Reduktion der Staatsschulden auf das Niveau vor 2008 gefordert, wobei die Staatschulden durch die Massenmigration und der zu erwartenden hohen Belastung der sozialen Töpfe weiter zu explodieren drohen. Die logische Konsequenz daraus ist, dass man möglichst ALLE umfassend erfasst um dann über den Solidarzuschlag einen möglichst großen Betrag zum Abbau der Staatsschulden lukrieren zu können. (Mag. Robert Cvrkal)
Blip am 17.02.2016
Vielen Dank für die schnelle Antwort! Das deckt sich ja ganz gut mit den berechtigten Sorgen der Bürger zu den jeweiligen Themen.<br /> Aber: Wer ist dieser "man" der das Bargeld abschaffen will? Und wieso wird derjenige bzw. werden diejenigen unterstützt? Der IWF ist jedenfalls nicht Österreichs Souverän.
Herr K. am 17.02.2016
"Totalüberwachung" ist da etwas krass und angstmacherisch formuliert (das würde in ein gänzlich anderes Thema abgleiten), aber wie hat das mit der Frage eigentlich zu tun? - Die Fragestellung ist schon recht konkret, wo dann das Motiv für diese "Nichtanhebung" oder Schlechterstellung der Kleinunternehmer zwangsläufig irgendwie mit der Staatsverschuldung verstrickt ist. Wäre interessant, ob es hier auch realpoliitische Ansichten und Einblicke gibt, abgesehen von visionären politischen Zusammenhängen ...
Die Reformkonservativen - REKOS
Ewald Stadler am 17.02.2016
Dazu muss man verschiedene Zusammenhänge kennen. So gibt es im EU-Parlament einen Zusammenschluss mit dem Namen Spinelli-Gruppe. Die Mitglieder der Gruppe haben sich verpflichtet auch z. B. gegen österr. Interessen zu stimmen obwohl sie durch die österreichischen Bürger ins EU-Parlament entsandt wurden, wenn das Interesse Europas überwiegt. Nur gibt es keine Definition was unter dem Interesse Europas zu verstehen ist. Was auch kaum bekannt ist, ist dass die meisten Rechtsnormen aus der EU überhaupt nicht durchs EU-Parlament gehen sondern auf Basis sogenannter Ermächtigungsverordnungen beschlossen werden. Die BEKANNTESTE war die Krümmung der Banane. Es ist wohl auch Zufall, dass der heutige Chef der EZB Draghi Europa-Chef von Goldman Sachs war und sich die Griechen mit Hilfe von dubiosen Geschäften mit Goldman Sachs in die Eurozone geschummelt haben. Man muss wohl auch nicht weiter erwähnen, dass Goldman Sachs der größte Profiteur der Vergemeinschaftung der Schulden in Europa war. Und was Kleinunternehmer anbelangt dann sollte man sich einmal die Grenzen bei der Registrierkassenpflicht ansehen und dann mit der Kleinunternehmergrenze in Verbindung setzen. Mag. Robert Cvrkal
Blip am 18.02.2016
Danke für Ihre Zeit und Informationen!
NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum
Nikolaus Scherak am 22.02.2016
Besonders zu Beginn der Selbständigkeit ist es sehr schwierig einzuschätzen, ob man die Umsatzgrenze von EUR 30.000 übertritt oder nicht. Trotzdem muss diese Entscheidung sofort und zu Beginn der Tätigkeit getroffen werden. Entwickelt sich der Umsatz besser als erwartet, werden alle Umsätze des Eröffnungsjahres steuerpflichtig. Deswegen fordern wir die Erhöhung der Umsatzgrenze auf EUR 50.000 und die Möglichkeit innerhalb von 5 Jahren die Umsatzgrenze zweimal um 25% ohne Nachzahlung überschreiten zu dürfen. Unsere Forderungen Die Umsatzgrenze soll auf EUR 50.000 erhöht werden. In Zukunft darf die Umsatzgrenze zweimal (bisher einmal) überschritten (+25%) werden. Die Anpassung an die Inflation sehen wir positiv und bringen dazu einen Antrag ein.
Blip am 22.02.2016
Danke für das Statement auch von den Neos. Finde ich gut - bei 50000€ geht es wohl, je nach Branche, schon eher in einen bereich bei dem ein Einzelunternehmer an seine Leistungsgrenzen kommt und nicht Kunden abweisen muss weil es sich einfach nicht Auszahlt (z.B. 40 statt 25 stunden für ~300€ nur mehr gewinn im monat nach steuern - ist nämlich im Moment der Fall hat mir ein Bekannter vorgerechnet). @Anpassung der Inflation: von Zeit zu Zeit schaue ich mir die Nationalratssitzungen im Livestream auf orf.at an. Bei Bewilligung der Steuerreform hat die FPÖ einen Zusatzantrag eingebracht der eben die kalte Progression abschaffen sollte und es wurde breit dagegen gestimmt. Ich finde es postiv wenn ein derartiger Antrag - eben auch (oder wenigstens zumindest) für Selbstständige nochmal eingebracht wird - danke! Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine wiederholte Ablehnung wohl hoch ist...