am 15.01.2018
Bundesland / Niederösterreich
Frage von Herr K.
Ich wundere mich schon länger, z.B. wenn man mit dem letzten Zug der Franz-Josefs-Bahn in Wien ankommt, fährt einem die U-Bahn buchstäblich vor der Nase weg (der Nachtautobus in der Nähe fährt übrigens erst 1,5 h später). Ich wundere mich, ob das alleine der Ignoranz der Transportunternehmen (wie ÖBB oder Wiener Linien) zuzuschreiben ist oder nicht die Politik der Länder hier besser kooperieren sollte, damit da solche meines Erachtens leicht zu entschärfende Dinge besser und schneller (mit mehr Druck) reguliert werden können?
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Die Grünen Niederösterreich
Monika Hobek-Zimmermann am 15.01.2018
Ein grosses Hindernis für eine sinnvolle Gesamtlösung sehen wir Grünen in den aufgesplitterten Kompetenzen zwischen Gemeinden, Land, VOR und ÖBB. Es braucht ein Miteinander für ein integriertes Gesamtkonzept des öffentlichen Verkehrs und ein günstiges 365€-Jahresticket zur Zufriedenheit der PendlerInnen statt nach politischem Machtkalkül. #machennurwir
Die Grünen Niederösterreich
Amrita Enzinger am 16.01.2018
Eine Möglichkeit den schienengebunden öffentlichen Verkehr mit den Busverkehr zwischen Wien und NÖ besser zu vertakten wäre ein gemeinsamer Verkehrsdienstevertrag zwischen den Ländern Wien und Niederösterreich. Im Moment ist es so; dass jedes Bundesland einen eigenen Vertrag mit der ÖBB und dem BUND über ein Grundangebot des öffentlichen Verkehrs für 7 Jahre abschließt. Aus meiner Sicht würde es viel sinnvoller sein, wenn Wien und Niederösterreich 1 gemeinsamen Verkehrsdienstevertrag mit ÖBB und Bund ausarbeiten würde. Zu diesem Verkehrsdienstevertrag der das Grundangebot des ÖVs regelt, gibt es immer einen Optionskatalog dazu, das sind Möglichkeiten die die Länder im Bereich Zugverkehr/Busverkehr dazukaufen könnten. ÖFFI-SHOPPEN sozusagen. Wenn das Bundesland für seine PendlerInnen einen sehr guten ÖV will muss es dafür zahlen. Siehe Wien, Vorarlberg, Tirol.......
NEOS Wien am 18.01.2018
Sehr geehrter Herr K.,

selbstverständlich ist das eine der größten Baustellen, die wir in der Ostregion haben. Wir Neos wünschen uns für die Ostregion eine koordinierte Raum- und Mobilitätsplanung aus einer Hand. NEOS Niederösterreich und NEOS Wien begreifen sich im Bereich Planung und Verkehr als eine Einheit. Das finden Sie auch in unserem Positionspapieren, z.B. hier unsere Vorstellung aus dem Wiener Positionspapier:

- Einrichtung einer gemeinsamen, integrierten Stadtregionsplanung für Raumordnung, Standortpolitik und Verkehr (in Abstimmung mit dem Finanzausgleich und einer neuen Agglomerationspolitik des Bundes)
- Diese Instanz hat die Aufgabe einer überregionalen Raum- und Verkehrsplanung und wird mit entsprechenden Finanzmitteln aus den regionalen Budgets ausgestattet
- Ausstattung dieser Instanz mit einem Durchgriffsrecht auf Landes-, Bezirks- und Gemeindeebene für homogene übergeordnete Konzeptumsetzungen
- Umstrukturierung und Aufwertung des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) GmbH zum “VOR Neu” im Rahmen der Stadtregion zu einem Unternehmen für integrierte Nah- und Regionalverkehrsplanung, Personenbeförderungsleistungen und Finanzierung (Kompetenzübertragung von den Ämtern der Landesregierungen)
https://wien.neos.eu/wp-content/uploads/sites/7/2015/08/Positionspapier-Verkehr.pdf

Das ist sicher unter den realpolitischen Rahmenbedingungen nicht einfach umzusetzen, aber möglich, wie internationale Beipiele zeigen. Z.B. gibt es in Madrid eine Institution, die die Fahrplangestaltung Planung und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs für die gesamte Stadtregion erledigt (Consorcio de transportes). In den deutschen Berlin und Brandenburg wurden die Planungsabteilungen zusammengelegt – dort gibt es nur mehr eine einzige Behörde für zwei Bundesländer. So etwas würden wir uns für wie Ostregion um Wien auch wünschen.
SPÖ Niederösterreich am 26.01.2018
Niederösterreich ist ein Land der PendlerInnen. Besonders rund um Wien, in der enorm wachsenden Ostregion, stellen uns die berechtigten Mobilitätsbedürfnisse der Menschen Jahr für Jahr vor neue Herausforderungen. Die Planung und Koordinierung des öffentlichen Verkehrs darf nicht an den Bundeslandgrenzen haltmachen. Deswegen ist es wichtig, hier eine noch bessere Abstimmung mit den verschiedenen Verkehrsanbietern und zwischen den Bundesländern zu finden. Wir setzen uns außerdem für einen leistbaren öffentlichen Verkehr ein – deswegen fordern wir ein Öffi-Jahres-Ticket um 365€ sowie die Ausweitung des Top-Jugend-Tickets auf Lehrlinge und Studierende!