am 13.04.2017
EU
Frage von Alina
Eine Demokratie ist dann stabil und stark, wenn die Beteiligung der Bürger gefördert wird. Also warum wird es uns in Österreich so schwer gemacht? Ist nicht genau das der Grund warum die Bürger Politikern und ihrer Politik nicht mehr vertrauen? Welche Formen der Partizipation gibt es in der EU? Hat man als Bürger Möglichkeiten sich auch einzubringen? Gerade die Meinungen von Jugendlichen sollten gefragt sein, da über Ihre Zukunft entschieden wird. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand ein paar Inputs geben kann, wie man sich politisch engagieren kann, ohne einer Partei beizutreten.
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Keine offiziellen Parteistellungsnahmen vorhanden

Kollerado am 14.04.2017
Man muss schon Partei egreifen und sich mit Gleichgesinnten verbünden. Einzelkämpfer werden ausgespielt und am ende sind sie erfolglos. Als Partei gelangt man in die entsprechenden parlamente und verändert auf demokratischen weg. Der andere weg wäre Revolution mit heugabeln. Dieses Zeitalter sollten wir hinter uns haben. Es braucht eine andere Revolution - eine im Geiste. Hin zu mehr #Selbstbestimmung und #Mitbestimmung.
NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum
Matthias Strolz am 14.04.2017
Hallo Alina, wir geben dir Recht - in Österreichs Demokratie herrschen Blockade und Misstrauen gegenüber Parteien und politischen Verantwortungsträger_innen. Wir wollen das ändern - denn die Politik ist der Ort, an dem wir uns ausmachen, wie wir miteinander leben wollen. Am besten funktioniert das, wenn Elemente der repräsentativen Demokratie (Parlament) mit jenen der direkten (Bürger_innenbeteiligung) miteinander verbunden werden. Auf EU-Ebene gibt es derzeit folgende Mittel der Bürgerbeteiligung: 1) Petitionsrecht beim Europäischen Parlament 2) Beschwerde beim Europäischen Bürgerbeauftragten 3) Europäische Bürgerinitiative (Beteiligung leider erst ab 18 Jahren) Mehr dazu hier: https://www.parlament.gv.at/PERK/BET/EUBUERG/index.shtml Möglichkeiten, wie du dich in der EU einbringen kannst, findest du auch hier: http://ec.europa.eu/citizenship/taking-part/index_de.htm Die politische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist besonders wichtig und sollte einen dementsprechend hohen Stellenwert einnehmen. Zusätzlich zu den Wahlen sind in Österreich die Elemente der direkten Demokratie (Volksbegehren, Volksbefragung, Volksabstimmung) ab einem Alter von 16 Jahren freigegeben. Weitere Möglichkeiten, wie du in Österreich politisch aktiv werden kannst, ohne dich einer Partei zuzuordnen: Demonstrationen, gesetzliche Schüler_innenvertretungen und gesellschaftspolitische Vereine (NGOs). Die Kinder- und Jugendbeteiligung ist in Österreich noch stark ausbaufähig, deshalb setzen wir NEOS uns unter Anderem für die Schaffung eines Landesjugendparlaments ein, welches die Vertretung der Interessen Jugendlicher gegenüber dem Landtag wahrnimmt (Mitsprache und Stellungnahmerecht für jugendspezifische Landesangelegenheiten). Alles Gute!
Andreas Höferl am 28.04.2017
Liebe Alina, ich stimme Dir zu, dass die Beteiligung der BürgerInnen ein wichtiger Eckpfeiler der Demokratie ist. Das beginnt bei einer der grundlegendsten Stützen der Demokratie: den Wahlen. Auch Volksbegehren, Volksabstimmung, Volksbefragung und Petitionen sind wichtige Eckpunkte der direkten Demokratie in Österreich und auch in der EU. In manchen Wiener Bezirken gibt es zudem partizipative Budgets, bei denen Ideen eingebracht werden können (zB Margareten) und in manchen Bundesländern auch JugendgemeinderätInnen. Im Rahmen des European Youth Parlament werden aktuelle Themen diskutiert und die dann beschlossenen Resolutionen an das Europäische Parlament, den Rat und die Kommission weitergegeben (ähnlich dazu gibt es auch das Jugend- und das Lehrlingsparlament in Österreich). Zusätzlich dazu gibt es einige private Initiativen (Vereine, NGOs, Tagungen, öffentliche Aktionen und Demonstrationen). Allerdings könnten und sollten hier tatsächlich noch andere direkt-demokratische Strukturen aufgebaut werden. Zusätzliche Möglichkeiten der Partizipation für Jugendliche bestehen über ihre gewählten Interessenvertretungen. Besonders wichtig sind hier die Landes- und BundesschülerInnenvertretung (gewählt durch die SchulsprecherInnen) und die Bundesjugendvertretung (mit über 50 verschiedenen Jugendorganisationen). In den darin beteiligten Jugendorganisationen kannst Du Dich in vielfältiger Weise einbringen und ja die meisten davon sind direkt (oder indirekt) politisch gefärbt. Aber Politik und Parteien an sich sind Teil einer funktionierenden repräsentativen Demokratie. In den politischen Jugendorganisationen (zumindest in den Roten ist es so) wird über Ideen und Visionen der Jugendlichen diskutiert und versucht deren Initiativen auch umzusetzen. Auch dadurch kannst Du also an der Meinungsbildung teilnehmen und Dich aktiv einbringen.