am 13.01.2016
Österreich
Frage von Alfred M. Sand
Bisher konnte mir niemand die echten Beweggründe erläutern – nicht einmal die Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Die Bezahlung mittels Kreditkarte gilt als Barumsatz. Aber nicht immer. Warum? Mutmaßungen gehen in Richtung „Kontrolle“, „Absicherung“ usw. Und wer ist der „Gesetzgeber“, auf den sich alle berufen? Könnte ich diese Person direkt fragen? Gibt es einen Namen? Ich habe mir mittlerweile auch den neuen Gesetzestext zur BAO §131b angesehen, wo der Begriff „Barzahlung“ definiert wird. Wer kann mir helfen, meine Verwirrung (oder auch Unkenntnis) zu lösen? Hat sich seit meiner Schulzeit der Begriff „bar“ geändert? Ich kann es nicht ausschließen, da ja auch unsere Rechtschreibung einem Veränderungsprozess ausgesetzt ist. Ich möchte es schlichtweg verstehen.
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NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum
Nikolaus Scherak am 03.02.2016
Sehr geehrter Herr Sand, Bargeldzahlung und Barumsätze sind nicht gleichzustellen. Barumsätze sind laut Definition: Bargeld, Bankomat- oder Kreditkarte, andere vergleichbare elektronische Zahlungsformen (z.B. Zahlung mittels Mobiltelefon oder PayLife Quick), Barschecks, Gutscheine, Bonds, Geschenkmünzen. Ich hoffe, Ihre Frage hiermit beantwortet zu haben! Mit freundlichen Grüßen Nikolaus Scherak
Blip am 16.02.2016
Danke für die Antwort - wir haben die selbe Frage unserem Steuerberater gestellt, weil wir es auch nicht verstanden haben. Seine Antwort war "da gibt es auch nichts zu verstehen - das macht keinen Sinn". Es geht doch (offiziell) bei der Registrierkassenpflicht darum den angeblichen Schwarzgeldfluss zu vermeiden. Jeglicher Bankomat- und Kreditkartentransaktion musste jedoch allein schon aus technischen Gründen davor schon erfasst werden. Damit macht eine Registrierkassenpflicht, wo vorher keine war, für z.B. ein Einzelunternehmen, welches hauptteils bzw. lediglich Barumsätze ohne Bargeld macht natürlich keinen Sinn. Zugegebenermaßen sind solche Unternehmen wohl eher Ausnahmefälle. Oder irre ich da? Jedenfalls ist Ihre Antwort mmn. aber keine auf die oben gestellte Frage außer "Das ist halt so weil das so ist weil das so definiert wurde". Die Fragestellung lautete *wieso* das so definiert ist. (z.B.: "Wieso ist der Himmel blau?" "Weil das Farbspektrum zwischen 400 und 500nm als blau definiert ist" - Antwort auf eine andere Frage - die korrekte Antwort auf die Frage wäre jedoch "Weil das Sonnenlicht durch die Luftmoleküle (sowie Wasser- und Staubteilchen) gebrochen wird und der kurzwellige, blaue, Anteil deutlich stärker gestreut wird als die langwelligeren Komponenten")
Herr K. am 17.02.2016
Ich hab schon von Anfang an die Registrierkassenpflicht als eine völlig überspitzten Aktionismus auf Kosten - eigentlich aller - angesehen. Egal wie man es dreht und wendet. Dass diese Konstruktion dann nebenbei gewisse Blüten treibt, deren Ursachen einfach nicht nachvollziehbar sind, liegt schon von fast in der Natur von Gesetzgebungen und deren Umsetzung. Das kann auch Finanzminister Schelling bestenfalls nur schönreden.